Sie sind hier: Startseite / 
Seite drucken
25:5:2017

Keine News in dieser Ansicht.

12.12.2010 14:14

Umjubelte Aufführung "Die 10 Gebote"

Chorios und der Kirchenchor St. Josef verzauberten ihr Publikum mit einer Aufführung des Musicals "Die 10 Gebote" von D. Falk und M. Kunze unter der Leitung von Christian Schwarz.

Es ist Freitagabend, der 03.12.2010, kurz nach 19 Uhr. Die letzten gesanglichen Feinheiten sind abgestimmt, die Akteure ziehen sich noch einmal in die Sakristei zurück, als schon die ersten Besucher ihre Plätze in der Pfarrkirche einnehmen. Niemand weiß so recht, was zu erwarten ist.

Pünktlich um 20 Uhr nimmt der Kirchenchor seinen Platz auf der Altarinsel ein.

Die Kirchenbeleuchtung erlischt.

Es herrscht völlige Dunkelheit, in deren Schutz der Dirigent seinen Platz einnimmt.

Dann der erste Ton aus der leistungsstarken Anlage. Ein tief-dröhnender Bass vom vorher aufgenommen Orchester, welches die Basis für den ganzen Abend bilden wird, eröffnet den Prolog.

Allmählich wird der Altarraum in ein gleißend blaues Licht getaucht, ein erster Aha-Effekt.

Nachdem sich E-Gitarre und Percussion zum Orchester gesellen, darf der Kirchenchor die lang ersehnten, ersten Noten singen:

"Wohl dem der weiß, wie diese Welt entstanden ist. Wohl dem der auch in einer Zeit der Moden, die Geschichte von den zehn Geboten nicht vergisst"

Es wird Zeit für die ersten Solisten. Die Erzähler, die durch den weiteren Abend führen werden, singen von der Entstehung der Welt bis hin zum ersten Auftreten Moses.

Die Story beginnt am Wasserloch, welches Zipporah von den Hirten verwehrt wird. Nur mit Gewalt kann Moses die Hirten vertreiben und Zipporah und ihren Schafen das so nötige Nass verschaffen. Eine Hollywoodreife Liebesgeschichte findet hier ihren Anfang.

Es wird nicht lang gefackelt, sondern geheiratet. Reguil, Hohepriester in Median und Zipporahs Vater vollzieht die Trauung. Da Moses die Aufgabe des Schäfers wahrnimmt, erscheint ihm auf einer seiner Wanderungen ein Engel und er trifft auf einen brennenden Dornbusch. Gott, gesprochen vom bekannten Schauspieler Otto Sander, spricht zu ihm und teilt ihm seinen Auftrag mit: "Geh zum Pharao und sag: Lass mein Volk ziehen"

Zurück bei seiner Frau Zipporah erzählt er ihr von seinen Sorgen, doch sie stärkt ihm den Rücken. "Tu was dir das Herz befiehlt", ein überwältigendes Duett und der erste Applaus des Abends.

Der Knoten ist geplatzt, wie ein Stein fällt die erste Anspannung von allen ab.

In der Wüste trifft Moses auf seinen Bruder Aaron, der ihm bei seinem Auftrag zur Seite stehen soll. Ein bürokratischer, redegewandter junger Mann.

Derweil schauen wir als nach Ägypten, in den Palast des Pharaos. Ihm kommen die zwei Sklaven gerade recht, nicht, dass ihn noch die Langeweile ins Grab bringt. Doch auf die Forderung der Israeliten will er selbstverständlich nicht eingehen.

Zu allem Übel fängt nun auch Naroch, der Rabbi der Israeliten, an, gegen Moses zu hetzen.

Moses ist am Boden zerstört, was soll er nur tun?

Doch Gott steht ihm zur Seite und lässt Ägypten von Plagen heimsuchen. Über die ersten Plagen kann der Pharao nur lachen und tut sie stümperhaft ab. Zipporah gibt Moses abermals Rückendeckung, denn "Gott kennt den Weg, wenn du nicht weiter weißt".

Doch als Gott alle Erstgeborenen von Mensch und Vieh tötet, gibt der Pharao nach und lässt Israel ziehen. Seine Entscheidung bereut er jedoch sehr schnell und es beginnt eine brisante Verfolgungsjagd.

Nur durch Gottes Hilfe entkommen die Israeliten durch das Meer, welches von Gott geteilt wird, faszinierend dargestellt durch einen sich teilenden Chor und atemberaubendes Lichtdesign. Die Israeliten sind frei und der Beifall der Zuschauer will nicht abreißen, einige dachten wohl schon, das war's.

Aber die Aufführung heißt ja nicht umsonst "Die 10 Gebote".

Wir treffen die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten in der sengenden Hitze der Wüste, dem Verdursten und Verhungern nah, doch wie sollte es anders sein, Gott rettet sie auch dieses Mal. Dankbarkeit jedoch ist selten.

Moses beschließt, Gott um ein Gesetz zu bitten. Als Gott dann seine Gebote am Berg Sinai verkünden will, zieht ein heftiges Gewitter über das Land. Also steigt Moses auf den Berg hinauf.

Da dieser nicht mehr wiederkehrt, versucht Naroch die Macht an sich zu reißen, was sich jedoch als Schuss in den Ofen entpuppt. Aaron soll stattdessen Israel führen. Ein goldenes Kalb soll her, um das getanzt werden kann. Gesagt, getan. Als Moses dann aber vom Berg kommt, mit den Gebotstafeln in Händen, traut dieser seinen Augen kaum. Voll Zorn und Enttäuschung zerschmettert er die Tafeln aus Stein.

Diesmal bereuten die Israeliten ihr Handeln und Denken sehr, und so stieg Moses erneut zu Gott auf den Berg empor. Dieser war weniger verärgert und gab Moses gern neue Tafeln mit den Geboten, welche Moses daraufhin dem Volk verkündete.

Nach jedem Gebot übersetzte Aaron diese in eine leicht verständliche Form und Zipporah erkannte jeweils den Kern jedes Gebots: "Du sollst lieben!"

Daraus leitet sich dann auch quasi das elfte Gebot ab, welches von allen Aufführenden und sogar dem Publikum im Gospel-Finale angestimmt wurde:

"Liebe ist das Gebot, Liebe allein schließt alles ein, Liebe weiß und vergibt!

Liebe ist das Gebot, was ihr auch tut, alles ist gut, wenn der Eine den Anderen liebt!"

Nach den obligatorischen Worten des Dankes und einem nicht enden wollenden Applaus, gab es dann auch die entsprechende Zugabe, bei der die Pfarrkirche richtig "kochte".

Noch einmal ein großes Dankeschön, an Alle die uns unterstützt haben und bei unserem grandiosen Publikum.

Auf ein baldiges Wiedersehen.

 


Von: Christian Schwarz

einen Kommentar schreiben zu dieser News